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Cimade
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Die Cimade – Service ƓcumĂ©nique d’entraide (deutsch „Ökumenischer Dienst zur UnterstĂŒtzung“), auch ComitĂ© inter-mouvements auprĂšs des Ă©vacuĂ©s („Überparteiliches Komitee fĂŒr FlĂŒchtlinge“), ist eine Nichtregierungsorganisation in Frankreich, die sich fĂŒr AuslĂ€nder einsetzt. Sie ist Mitglied der FĂ©dĂ©ration protestante de France.

Contents

‱ Geschichte
‱ Gegenwart
‱ Leiter
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Aufgabenbereiche

Die Cimade engagiert sich in den Bereichen

‱ Juristische UnterstĂŒtzung: rechtliche Hilfe fĂŒr AuslĂ€nder in Verwaltungshaft (Aufnahmelagern), Unterhalt von sanitĂ€ren und sozialen Einrichtungen, Hilfen zur Integration. Diese AktivitĂ€ten werden durch Finanzmittel der öffentlichen Hand finanziert.
‱ Aufnahme von AuslĂ€ndern und Integration: Begleitung von AuslĂ€ndern mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, internationale SolidaritĂ€tsaktionen, Intervention in GefĂ€ngnissen und Lagern, Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Politik fĂŒr die Aufgaben der Organisation. Diese Aktionen werden vor allem aus Eigenmitteln der Organisation finanziert.

GemĂ€ĂŸ ihren Statuten ist die Cimade „mit denen solidarisch, die leiden, die unterdrĂŒckt und ausgebeutet werden, und wird sie verteidigen, unabhĂ€ngig von ihrer NationalitĂ€t, Herkunft, politischen oder religiösen Standpunkten“.cite-ref-1[1] Im Besonderen kĂ€mpft die Organisation gegen Rassismus und achtet genau darauf, dass die Persönlichkeitsrechte und die WĂŒrde ihrer SchĂŒtzlinge respektiert werden, gleich wie ihre Situation auch sein mag. Die Cimade vereinigt in diesem Bestreben Menschen aus verschiedensten nationalen, konfessionellen, philosophischen und politischen HerkĂŒnften.cite-ref-2[2]

Wenngleich die Cimade ursprĂŒnglich eine religiöse Vereinigung war, ist ihre Ausrichtung heute von Grund auf sĂ€kular. Sie respektiert die religiöse Orientierung und die Weltanschauungen ihrer SchĂŒtzlinge und definiert sich nicht durch die religiöse Motivation oder bestimmte Theologien, sondern durch die AktivitĂ€ten ihrer Mitarbeiter, die ganz unterschiedlichen Glaubensrichtungen angehören.

Im Juni 2013 wurde GeneviĂšve Jacques, eine langjĂ€hrige Mitarbeiterin und ehemalige GeneralsekretĂ€rin der Organisation, PrĂ€sidentin.cite-ref-3[3] Ihr folgte 2018 Christophe Deltombe im Amt.cite-ref-4[4] Am 4. Juli 2020 wurde der bisherige Leiter des Cimade-Regionalverbands Île-de-France, Henry Masson, zum neuen PrĂ€sidenten gewĂ€hlt.cite-ref-5[5] Mit Stand vom September 2024 bekleidet er das Amt immer noch.cite-ref-6[6]

Geschichte

AnfĂ€nge: FlĂŒchtlinge aus Elsass-Lothringen

Im September 1939, im Zuge des Kriegseintritts gegen Deutschland, erfolgten die Evakuierungen aus dem Elsass und Lothringen in den SĂŒdwesten Frankreichs (Haute-Vienne, Dordogne, Landes, Lot-et-Garonne, Gers). Dadurch begann fĂŒr diese etwa 200.000 Personen eine lange Zeit des Exils unter schwierigen UmstĂ€nden. Die – oft deutschsprachigen – Alsaciens et Lorrains, wurden als Fremde wahrgenommen und mit Abwehrreaktionen der Einheimischen konfrontiert. Hinzu kam, dass die Bevölkerung in Elsass und Lothringen ĂŒberwiegend protestantisch war, wĂ€hrend die aufnehmenden Departements ĂŒberwiegend katholisch geprĂ€gt waren.

Eine protestantische Theologin aus dem Elsass, Suzanne de Dietrich, Mitglied des Weltkomitees der Unions de jeunes filles, unternahm eine Reise in die Gebiete im SĂŒdwesten. Ende September 1939 bildeten sich Gruppen mit Freiwilligen die als „ComitĂ© inter-mouvements (CIM)“ in den SĂŒdwesten Frankreichs (PĂ©rigueux, Haute-Vienne 
) gingen. Im MĂ€rz 1940 entstand daraus „der“ Cimadecite-ref-7[7], unter dem Vorsitz von Jane Pannier. Auf Wunsch von Marc Boegner wurde Madeleine Barot zur GeneralsekretĂ€rin ernannt.cite-ref-8[8]

Internierungslager fĂŒr AuslĂ€nder

Ab August 1940 betĂ€tigte sich La Cimade im Camp de Gurs,cite-ref-9[9] in dem damals viele verschiedene AuslĂ€nder festgehalten wurden: Zigeuner, Kommunisten, politische FlĂŒchtlinge, deutsche Intellektuelle, die vor dem Nazi-Regime geflohen waren, OsteuropĂ€er, die von der Wehrmacht geschickt worden waren und andere.cite-ref-10[10] La Cimade unterstĂŒtzte auch Juden die vor Verfolgungen auf der Flucht waren und kĂŒmmerte sich ab 1940 vor allem um deren Aufnahme in Le Chambon-sur-Lignoncite-ref-11[11] mit UnterstĂŒtzung der protestantischen Gemeinden und dem „ComitĂ© de NĂźmes“. Zusammen mit anderen Hilfsorganisationen kĂŒmmerte sich Cimade auch um die Internierten im Frauen-Internierungslager Brens und unterstĂŒtzten dort unter anderem die Einrichtung einer Kultur- und Freizeitbaracke.cite-ref-12[12]

Ab 1943, nach der Einnahme der „Zone Sud“, erweiterte die Vereinigung ihre Arbeit um die Herstellung von gefĂ€lschten Papieren und die Verschickung von bedrohten Juden in die Schweiz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

In Deutschland engagierten sich verschiedene Freiwilligentrupps der Cimade ab 1946 in Mainz und Berlin, in FlĂŒchtlingslagern fĂŒr FlĂŒchtlinge aus Osteuropa. 1951 startete Madeleine Barot eine Mission in den FlĂŒchtlingslagern der PalĂ€stinenser im Libanon, in Syrien und in Jordanien. 1955 begannen zwei Krankenschwestern einen medizinischen Dienst in Dakar.cite-ref-13[13] Ab 1967 engagierte sich die Cimade in den BemĂŒhungen um einen gerechten Frieden zwischen Israelis und PalĂ€stinensern.cite-ref-14[14]

1956 wurde auch der erste „poste“ in Frankreich, in der Rue d’Aix in Marseille, spĂ€ter in den Camps Grand Arenas, Colgate und Grande Bastide eingerichtet. 1959 wurde ein Posten in Paris eröffnet und 1962 in Lyon.cite-ref-15[15] In diesen BĂŒros werden vor allem Alphabetisierungskurse, Französischkurse, schulische Nachhilfekurse, aber auch NĂ€hkurse angeboten.

Seit 1957 engagierten sich Mitarbeiter der Cimade in den „Centres d’Assignation“, in denen vor allem Algerier festgehalten wurden. 1958 wurde ein erster Posten der Cimade in Algier (Clos Salembier) eingerichtet.cite-ref-16[16]

In den 1960ern

Am Beginn der 1960er wurden die Dienstleistungen neu eingeteilt und PrioritĂ€ten gebildet.cite-ref-17[17] Zu den zentralen „Diensten“ (services centraux) wurden Direction, Services gĂ©nĂ©raux, Éducation ƓcumĂ©nique (Ökumenische Bildung) und Cours interconfessionnels (interkonfessionelle Programme) gezĂ€hlt. Die einzelnen Sektoren waren damals:

‱ „le secteur des rĂ©fugiĂ©s“ FlĂŒchtlingsarbeit: aufgeteilt in sieben „Missions“ (Immigration, Émigration, RĂ©fugiĂ©s ViĂȘt Nam (FlĂŒchtlinge aus Vietnam), Vestiaire (Kleiderkammer), Centres d’hĂ©bergement (UnterkĂŒnfte), Distribution de vivres (Verteilung von Lebensmitteln), Cours (Kurse), CinĂ©-club (Film-Club));
‱ „le secteur nord-africain“ – Nordafrikanischer Sektor: Der Nordafrikanische Sektor organisierte Hilfsprogramme sowohl in Frankreich (camps d’assignation Ă  rĂ©sidence; Marseille, Paris 14e, 15e, Lyon) als auch in Algerien (centres de regroupement; Algier, Medea, Sidi Nahmane, Belkitane);
‱ Coudekerque (Nord): Fortsetzung der AufklĂ€rungs- und Bildungsarbeit, die in der Kriegszeit begonnen wurde;
‱ Dakar: Eröffnung einer Klinik;
‱ la Maison internationale des Ă©tudiants de SĂšvres: Ein Wohnheim fĂŒr internationale Studenten;
‱ le service des prisons et libĂ©rĂ©s: Resozialisierung von HĂ€ftlingen und Freigelassenen nach einer Reform des Strafrechts;
‱ le service des sinistrĂ©s d’urgence: Notfalldienste.

Außerdem fĂŒhrte die Organisation ein Aufnahmezentrum in Sucy-en-Brie, sowie Altenheime fĂŒr russische FlĂŒchtlinge in Cannes, Saint-RaphaĂ«l und Perreux-sur-Marne. 1970 wurde der Poste de Strasbourg eröffnet. Roby Bois, der spĂ€tere GeneralsekretĂ€r der Cimade (1973–1984), der den Algerienkrieg miterlebt hatte, war in dieser Zeit besonders aktiv.

Nach der UnabhĂ€ngigkeit Algeriens blieben die Mitarbeiter im Land und arbeiteten im ComitĂ© chrĂ©tien de service en AlgĂ©rie (CCSA – Christlichen Komitee fĂŒr Dienste in Algerien), gegrĂŒndet vom Ökumenischen Rat der Kirchen. 1966 eröffnete die Cimade ein BĂŒro im Lager von Sainte-Livrade-sur-Lot, in dem Harkis und RĂŒckkehrer aus Indochina untergebracht waren. ZusĂ€tzlich besuchten Mitarbeiter die Lager in Saint-Laurent-des-Arbres und Saint-Maurice-l’Ardoise.

In den 1970ern

Anfang der 1970er wurde die Vereinigung erneut reorganisiert.cite-ref-18[18] Es wurde eine Direction geschaffen, die aus Rat, Leitungskomité und einem GeneralsekretÀr bestand, sowie den nationalen Diensten und den Teams.

Die Nationalen Dienste (services nationaux) unterteilten sich in „Technische Dienste“ (services techniques – Ă©migration, immigration, rĂ©gularisation, Ă©tudiants, alphabĂ©tisation, artisanat, assistance et urgences, prisons) und „Verwaltungsdienste“ (services administratifs – comptabilitĂ© (Buchhaltung), secrĂ©tariat, reprographie (VervielfĂ€ltigung), standard, Grenelle (Konsultation)), sowie „Spezielle Dienste“ (services spĂ©cialisĂ©s – information, documentation, fichier (Archiv), personnel et bĂ©nĂ©voles (Mitarbeiter und Ehrenamtliche), dĂ©veloppement).

Die Équipes (Teams) wurden gruppiert in die Sektoren Tiers-Monde (Dritte Welt – Dakar, CCSA AlgĂ©rie, Proche-Orient), RĂ©fugiĂ©s (Paris, Massy), Migrants (Saint-Denis, Nanterre, Sucy, Paris, Lyon, Strasbourg, Korsika, Marseille Dames, Marseille Arenc) und Entraide (Eingliederungshilfen – Harkis, Sainte-Livrade, service orthodoxe, reference ages, Cannes).

Ab 1964 und seit dem ersten Eintreffen politischer FlĂŒchtlinge aus Brasilien verfolgte la Cimade die Situation in Lateinamerika. Seit 1973 engagierte sie sich in der Aufnahme von FlĂŒchtlingen aus Chile, sowie unter der Leitung von AndrĂ© Jacques, auch fĂŒr FlĂŒchtlinge aus Mosambik, Griechenland, Angola u. a. Ab 1975 lag der Schwerpunkt dabei auf FlĂŒchtlingen aus Indochina. Vorrangig war dabei ein Sprachprogramm (FAS), welches vom Staat finanziert wurde.cite-ref-19[19]

In den 1980ern

1984 gab es eine erneute Reorganisation.cite-ref-20[20] Dem GeneralsekretĂ€r wurde ein „Service d’administration“ unterstellt und es gab eine „Groupe ‚droits de l‘homme‘“ sowie regionale BĂŒros (Paris, Lyon, Marseille, MontbĂ©liard, Montpellier, Strasbourg). DarĂŒber hinaus kĂŒmmerte sich eine „Équipe de direction“ neben dem GeneralsekretĂ€r um die Abteilungen Communication, DĂ©veloppement und Étrangers („dĂ©fense des droits – accueil“, „actions Ă©conomiques et culturelles“, „foyer de Massy“).

In den 1990ern

1991 wurden zusĂ€tzlich regionale Einheiten geschaffen. Die nationale Organisation umfasste das Generalsekretariat, den Service administratif et financier und la communication. Auf nationaler Ebene arbeitete das BĂŒro „DĂ©fense des droits des Ă©trangers“, und das BĂŒro „DĂ©fense des Ă©trangers en rĂ©tention“ (DER), die Sprachprogramme, ein Frauenprogramm (programme femmes) und der „Service des solidaritĂ©s internationales“.

Die „Équipes rĂ©gionales“ wurden in der Île-de-France (Batignolles, TrĂ©vise, Massy) eingerichtet, MĂ©diterranĂ©e (Marseille, Montpellier, Nizza, Perpignan), Centre Alpes RhĂŽne (Lyon, Clermont-Ferrand), Est (Ost – Strasbourg, MontbĂ©liard, Besançon), Sud-Ouest (SĂŒdwest – Toulouse, Bordeaux), Ouest (West – Nantes) und Nord (Lille).

Vor Ort organisierten Lokalen Gruppen die AktivitÀten.cite-ref-21[21]

Gegenwart

AuslÀnderrechte (Droits des étrangers)

Heute engagiert sich die Cimade in der Rechtshilfe fĂŒr AuslĂ€nder und Immigranten, vor allem fĂŒr illegale Einwanderer an der Seite anderer Organisationen wie der Groupe d’information et de soutien des immigrĂ©s (GISTI).cite-ref-22[22]

Insgesamt kĂ€mpft die Cimade zusammen mit der Dachorganisation Migreurop fĂŒr eine Verbesserung der Situation. In diesem Zusammenhang versucht sie ein öffentliches Bewusstsein zu erschaffen, unter anderem mit dem Festival „Migrant’scĂšne“cite-ref-23[23] sowie mit PlĂ€doyers bei Abgeordneten, Ministern und Ämtern.

Verwaltungsgewahrsam (Rétention administrative)

Aufgrund einer Vereinbarung mit dem MinistĂšre du Travail, de l’Emploi, de la Formation professionnelle et du Dialogue social war die Cimade zwischen 1984 und 2009 die einzige nichtstaatliche Organisation, die im Centre de rĂ©tention administrative en France der Hauptstadt tĂ€tig war. ZunĂ€chst gedacht zur Hilfe in materiellen Belangen, entwickelte sich die Aufgabe schnell hin zu juristischer UnterstĂŒtzung fĂŒr AbschiebehĂ€ftlinge (Reconduite Ă  la frontiĂšre) und zur Dokumentation der Haftbedingungen.

Seit 2010, nach der Verabschiedung eines Übereinkommens mit dem MinistĂšre de l’IntĂ©rieur kĂŒmmern sich nunmehr 5 VerbĂ€nde um die HĂ€ftlinge in den französischen Zentren und den Zentren in Outre-mer (ohne Mayotte). Ende 2013 war die Cimade in 14 Zentren prĂ€sent, 2014 noch in 11 Zentren. Sie bietet Rechtsbeistand fĂŒr die HĂ€ftlinge an.

Die Mission der „DĂ©fense des Ă©trangers retenus“ (DER) ist seit 2010, seit die Haft in die Hand der Regionen gelegt wurde, vor allem die Verteidigung der Menschenrechte.cite-ref-24[24] Die Angestellten der Cimade besuchen die HĂ€ftlinge, klĂ€ren sie ĂŒber ihre Rechte auf und halten den Kontakt zur Außenwelt, speziell zu den Familienangehörigen. DarĂŒber hinaus berichten sie dem MinistĂšre du Travail, des Relations sociales, de la Famille, de la SolidaritĂ© et de la Ville ĂŒber die Haftbedingungen.

UnterkĂŒnfte (HĂ©bergement)

La Cimade fĂŒhrt zwei UnterkĂŒnfte:

‱ le centre de Massy: im Vorort von Paris als Centre provisoire d’hĂ©bergement (CPH), vor allem fĂŒr FlĂŒchtlinge
‱ le centre de BĂ©ziers: ein Centre d’accueil de demandeurs d’asile en France (CADA).

Verankerung im Protestantismus

Am Beginn der Arbeit spielte die Evangelisation und Glaubensverbreitung eine entscheidende Rolle. Der VorgĂ€nger der Cimade, das ComitĂ© inter-mouvements (CIM) entstand aus drei protestantischen Organisationen: la FĂ©dĂ©ration universelle des associations chrĂ©tiennes d’étudiants (FUACE – Christlicher Studentenverband), les Unions chrĂ©tiennes de jeunes gens et jeunes filles (UCJ – CVJM) und FĂ©dĂ©ration des Ă©claireurs et Ă©claireuses unionistes (EU – Pfadfinder). Das Hauptziel der Organisation war 1940 „Zeugnis fĂŒr das Evangelium fĂŒr die Jugend Frankreichs, die durch den Krieg geprĂŒft wurde“.cite-ref-25[25] Diese Haltung wurde nochmals am 10. MĂ€rz 1950 wiederholt. Damals hieß es, die Cimade kann nicht helfen, ohne zu evangelisieren.cite-ref-26[26]

Die VerknĂŒpfung mit dem Protestantismus war immer eines der Hauptmerkmale der Vereinigung, die sich selbst als ökumenisch verstand und nach und nach sĂ€kularer wurde. Marc Boegner, der PrĂ€sident der Cimade (1944–1955), war zu gleicher Zeit Leiter der FĂ©dĂ©ration protestante de France. Jacques Maury und Jacques Stewart waren beide PrĂ€sidenten der FĂ©dĂ©ration protestante de France bevor sie die Leiter der Cimade wurden.

Politische Ausrichtung

Von Anfang an sieht sich la Cimade auch als politische Organisation im Gegensatz zur NeutralitĂ€t, die von anderen Organisationen, wie z. B. dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) vertreten wird. In SolidaritĂ€t mit der Bekennenden Kirche erarbeiteten Madeleine Barot, die damalige GeneralsekretĂ€rin, zusammen mit Suzanne de DiĂ©trich, George Casalis und anderen die an die Barmer Theologische ErklĂ€rung von 1934 angelehnten Thesen von Pomeyrol, in denen die Grenzen des Gehorsams gegenĂŒber dem Staat, die persönlichen Freiheiten und das Ende der Kollaboration definiert wurden.

In den 1970er Jahren nĂ€herten sich die Verantwortlichen der Befreiungstheologie und teilweise marxistischen Idealen an. Dabei wurden beispielsweise LĂ€nder mit kommunistischem Regime niemals kritisiert, sehr wohl aber alle anderen autoritĂ€ren Regierungen in Lateinamerika. 1980 wurde Madeleine Barot zur Vize-PrĂ€sidentin der ACAT (Action des ChrĂ©tiens pour l’abolition de la torture) ernannt, die sich lange Zeit auf die lateinamerikanischen Diktaturen konzentriert hatte; und der GeneralsekretĂ€r Jacques Beaumont (1956–1968) unterstĂŒtzte öffentlich den Widerstand der Kurden im Irak und die Guerillaaktionen der SWAPO (South West Africa People’s Organisation) gegen SĂŒdafrika und Namibia.

Daneben engagieren sich die Leiter der Cimade oft selbst in der Politik. Der frĂŒhere Leiter der UNEF (Union nationale des Ă©tudiants de France) Patrick Peugeot, der von 2006 bis 2013 PrĂ€sident war, ist ein aktives Mitglied der Parti socialiste.cite-ref-27[27]

Gesetzesinitiativen

2006 startete die Cimade eine Kampagne mit dem Titel „Assez d’humiliation, les migrants sont notre monde!“ („Genug der Erniedrigung, Migranten sind unsere Welt!“). Die Kampagne sollte öffentlichkeitswirksam auf die Ungerechtigkeiten und Erniedrigungen hinweisen, denen Migranten heute ausgesetzt sind. Die Kampagne gipfelte 2007 in der Veröffentlichung von 75 Thesen fĂŒr eine „Politik der Immigration in Gerechtigkeit und reiflicher Überlegung“.cite-ref-28[28] Laurent Giovannoni, der damalige GeneralsekretĂ€r, prĂ€sentierte das Projekt den französischen PrĂ€sidentschaftskandidaten von 2007 als alternatives Gesetzwerk zum bisherigen Einwanderungsgesetz.

2011 veröffentlichte die Cimade „40 propositions“ (40 VorschlĂ€ge) unter der Überschrift Inventer une politique d’hospitalitĂ© (dt. „Erfindung einer Politik der Gastfreundschaft“).cite-ref-29[29]

Zusammenarbeit mit anderen Organisationen

Im Laufe ihrer Geschichte ĂŒbernahmen Mitarbeiter der Organisation immer wieder wichtige Aufgaben bei der GrĂŒndung von Menschenrechtsorganisationen, z. B. bei der Groupe d’information et de soutien des immigrĂ©s (GISTI)cite-ref-30[30], bei Forum RĂ©fugiĂ©s und France terre d’asile. Und sie ist selbst Mitglied in verschiedenen VerbĂ€nden wie RomEurope, Migreurop, Boat for People.cite-ref-31[31] Im Projekt Loujna arbeitet sie speziell mit afrikanischen VerbĂ€nden zusammen, die Migranten in Ostafrika und im Maghreb betreuen.cite-ref-32[32]

Finanzierung

Seit etwa 2005 speist sich das Budget der Cimade zu großen Teilen aus Steuermitteln, wobei der Anteil der Privatspenden anwĂ€chst. Laut der Inspection gĂ©nĂ©rale des affaires sociales ist die Vereinigung gekennzeichnet durch eine starke AbhĂ€ngigkeit von öffentlichen Mitteln.cite-ref-33[33] Daraufhin wurde versucht, die Finanzierungen besser zu verteilen. 2008 und 2009 wurde beispielsweise der Anteil der privaten Finanzierung durch den Verkauf des Hauptsitzes aufgebessert.cite-ref-34[34] Zur Erhaltung ihrer GlaubwĂŒrdigkeit ließ sich die Organisation vom ComitĂ© de la Charte zertifizieren. Dabei wurde vor allem die Transparenz der BuchfĂŒhrung garantiert.

Seit 2005 schwankt das Jahresbudget zwischen 6,5 und 10 Millionen EUR. Die Vereinigung zahlt etwa 100 feste GehÀlter und hat ca. 2000 Mitglieder.

Leiter

| PrÀsident | GeneralsekretÀre Secrétaires généraux |
|---|---|
| 1940: 00000 Jane Pannier 1941–1944: Violette Mouchon 1944–1968: Marc Boegner 1968–1970: Daniel Atger 1970–1983: Bernard Picinbono 1983–1988: Alain Ruellan 1988–1995: Jacques Maury 1995–1997: Jean-Pierre Weben 1997–2002: Bernard Picinbono 2002–2006: Jacques Stewart 2006–2013: Patrick Peugeot 2013–2018: GeneviĂšve Jacques 2018–2020: Christophe Deltombe 2020– 0000 : Henry Masson | 1939–1940: Georgette Siegrist 1940–1956: Madeleine Barot 1956–1968: Jacques Beaumont 1968–1974: Michel Wagner 1974–1984: Roby Bois 1984–1988: Marc Brunschweiler 1988–1995: GeneviĂšve Jacques 1996–2003: Jean-Marc Dupeux 2003–2005: Michel Forst 2005–2010: Laurent Giovannoni 2010–2011: JĂ©rĂŽme Martinez 2012–2019: Jean-Claude Mas 2019–2020: Cyrille de Billy 2020– 0000 : Laurent Schlumberger |

Weitere Persönlichkeiten:

‱ AndrĂ© Dumas (1918–1996), französischer Pastor der Reformierten Kirche und Hochschullehrer.
‱ Suzanne de Dietrich (1891–1981), protestantische Theologin elsĂ€ssischer Herkunft, die sich in der Ökumenischen Bewegung engagierte.
‱ Adolf Freudenberg (1894–1977), deutscher Diplomat und evangelischer Pfarrer.

Literatur

‱ Parce qu’il n’y a pas d’étrangers sur cette terre. 1939–2009, une histoire de la Cimade, Paris 2009, S. 64, brochure publiĂ©e Ă  l’occasion des 70 ans de la Cimade, [1]. – Dt. Weil es auf dieser Erde keine AuslĂ€nder gibt. 1939–2009 eine Geschichte der Cimade.
‱ Madeleine Barot: «La Cimade: une prĂ©sence, une communautĂ©, une action». In: Les Clandestins de Dieu: Cimade 1939–1945, GenĂšve, Émile Fabre (Hrsg.), Labor et fides, 1989, S. 29–38. – Dt. Die Geheimnisse Gottes.
‱ Anne Boitel: «La Cimade en action auprĂšs des “indĂ©sirables”: essai de synthĂšse Ă  travers le cas d'Ă©cole du camp de Rivesaltes (de Vichy Ă  nos jours)». In: Roger BarriĂ©, Martine Camiade, Jordi Font (dir.), DĂ©placements forcĂ©s et exils en Europe au XXe siĂšcle. Le corps et l’esprit, actes du 2e sĂ©minaire transfrontalier, Paris, Talaia, 2013, S. 67–103.
‱ Jean-Paul Deler: ONG et dĂ©veloppement: sociĂ©tĂ©, Ă©conomie, politique, Paris, Karthala, 1998, S. 684.
‱ JĂ©rĂŽme Drahy: Le Droit contre l’État: droit et dĂ©fense associative des Ă©trangers, l’exemple de la Cimade, Paris, L’Harmattan, 2004, S. 370.
‱ Nicolas Fischer: «Les Territoires du droit: sur quelques aspects du secours juridique associatif dans les centres de rĂ©tention», Vacarmes, Nr. 34, 2006, S. 106–111.
‱ AndrĂ© Jacques: Madeleine Barot: une indomptable Ă©nergie, Paris, Ă©d. du Cerf, 1989, S. 223.
‱ Dzovinar KĂ©vonian, GeneviĂšve Dreyfus-Armand, Marie-Claude Blanc-ChalĂ©ard, Marianne Amar (dir.): La Cimade et l’accueil des rĂ©fugiĂ©s. IdentitĂ©s, rĂ©pertoires d’actions et politiques de l’asile, 1939–1994, Paris, Presses universitaires de Paris-Ouest, 2013, S. 265.

‱ GĂ©rard Petitjean: «Manifester une solidaritĂ© active avec ceux qui souffrent : l’action de la Cimade au regard de ses archives», S. 25–40.
‱ AndrĂ© EncrevĂ©: «Les protestants français au milieu du XXe siĂšcle», S. 41–64.
‱ GeneviĂšve Dreyfus-Armand: «La Cimade dans les camps d’internement pendant la Seconde Guerre mondiale», S. 65–82.
‱ Anne Boitel: «Agir, tĂ©moigner, rĂ©sister au sein d’un camp d’internement français: l’action de la Cimade Ă  Rivesaltes entre 1941 et 1942», S. 83–100.
‱ Dzovinar KĂ©vonian: «La Cimade et les rĂ©fugiĂ©s : organisation privĂ©e et processus de lĂ©gitimation dans l’espace international, 1945–1951», S. 101–122.
‱ Paul Gradvohl: «Accueil des rĂ©fugiĂ©s et construction d’une gĂ©ographie de l’altĂ©ritĂ© : l’Europe centrale de la Cimade», S. 123–140.
‱ Victor Pereira: «La Cimade et les Portugais en France de 1957 Ă  1974: une aide sous le signe des guerres coloniales», S. 141–156.
‱ Vasiliki Kilekli: «La Cimade face Ă  l’accueil des exilĂ©s grecs en France (1967–1974)», S. 157–172.
‱ Hugues Tertrais: «La Cimade, l’Indochine et ses rĂ©fugiĂ©s (1969–1979)», S. 173–182.
‱ Marie-Christine Volovitch-Tavares: «La Cimade et l’accueil des “rĂ©fugiĂ©s en provenance du Chili”, du coup d’État militaire (11 septembre 1973) au dĂ©but des annĂ©es 1980», S. 183–198.
‱ Tramor Quemeneur: «La Cimade et l’objection de conscience», S. 199–212.
‱ Axelle Brodiez-Dolino: «La Cimade entre religion et politique (1939–1995), ou les substrats idĂ©ologiques de l’humanitaire», S. 213–224.
‱ Marie-Claude Blanc-ChalĂ©ard: «RĂ©fugiĂ©s, migrants, Ă©trangers: les mots et les causes de la Cimade (annĂ©es 1970–1990)», S. 225–244.

‱ Uta Gerdes: Ökumenische SolidaritĂ€t mit christlichen und jĂŒdischen Verfolgten. Die CIMADE in Vichy-Frankreich 1940–1944. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, S. 380, ISBN 978-3-525-55741-9.
‱ Jeanne Merle d’AubignĂ©, Violette Mouchon, Émile C. Fabre: Les Clandestins de Dieu. Cimade 1939–1945, Paris, Fayard, 1968 (Rééd. Labor et Fides, GenĂšve, 1989), [2].
‱ Pierre PĂ©an: Noires fureurs, blancs menteurs: Rwanda, 1990–1994, Paris, Mille et une nuits, 2005, S. 544.
‱ Thierry Suire: Les Protestants dans le Gard face au rĂ©gime de Vichy, NĂźmes, C. Lacour, 1999, S. 221, ISBN 2-84406-285-7.
‱ Jean-Pierre Weben: «Cimade 1996», Autres Temps. Cahiers d'Ă©thique sociale et politique, Nr. 50, 1996, S. 81–84, voir en ligne.

Weblinks

‱ lacimade.org
‱ La Cimade. Une histoire. (PDF; 5,4 MB) 11. September 2019; abgerufen am 30. Januar 2021 (französisch).

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ „Cimade a pour but de manifester une solidaritĂ© active avec ceux qui souffrent, qui sont opprimĂ©s et exploitĂ©s et d’assurer leur dĂ©fense, quelles que soient leur nationalitĂ©, leur origine, ou leur position politique ou religieuse.“
cite-note-22. ↑ Auszug aus dem 1. Artikel der Statuten der Cimade, Missions de la Cimade (Memento vom 24. April 2014 im Internet Archive).
cite-note-33. ↑ Louis de Courcy: GeneviĂšve Jacques, prĂ©sidente de la Cimade, une vie consacrĂ©e Ă  l’accueil. In: la-croix.com. 20. September 2013, abgerufen am 16. September 2024 (französisch).
cite-note-44. ↑ Christophe Deltombe : un nouveau prĂ©sident pour La Cimade. In: lacimade.org. 25. Juni 2018, abgerufen am 16. September 2024 (französisch).
cite-note-55. ↑ Nouveau Bureau national de La Cimade. In: lacimade.org. 8. Juli 2020, abgerufen am 16. September 2024 (französisch).
cite-note-66. ↑ Organisation. In: lacimade.org. Abgerufen am 16. September 2024 (französisch).
cite-note-77. ↑ Association sous le rĂ©gime de la loi de 1901, dĂ©clarĂ©e auprĂšs de la PrĂ©fecture de police de Paris le 8 mars 1940.
cite-note-88. ↑ Parce qu’il n’y a pas d’étrangers sur cette terre 
, S. 11 (siehe Literatur).
cite-note-99. ↑ Geneviùve Dreyfus-Armand [2013], S. 68–69.
cite-note-1010. ↑ Parce qu’il n’y a pas d’étrangers sur cette terre 
, S. 13–15.
cite-note-1111. ↑ Les Clandestins de Dieu. Cimade 1939–1945, S. 112.
cite-note-1212. ↑ Mechthild Gilzmer: Fraueninternierungslager in SĂŒdfrankreich. Rieucros und Brens 1939-1944, Orlanda Frauenverlag, Berlin 1994, ISBN 3-929823-10-1, S. 191.
cite-note-1313. ↑ Parce qu’il n’y a pas d’étrangers sur cette terre 
, S. 38.
cite-note-1414. ↑ Parce qu’il n’y a pas d’étrangers sur cette terre 
, S. 42–43.
cite-note-1515. ↑ Parce qu’il n’y a pas d’étrangers sur cette terre 
, S. 22.
cite-note-1616. ↑ Parce qu’il n’y a pas d’étrangers sur cette terre 
, S. 26–27.
cite-note-1717. ↑ Marie-Claude Blanc-ChalĂ©ard 2013, S. 227.
cite-note-1818. ↑ Marie-Claude Blanc-ChalĂ©ard 2013, S. 230.
cite-note-1919. ↑ Marie-Claude Blanc-ChalĂ©ard 2013, S. 233.
cite-note-2020. ↑ Marie-Claude Blanc-ChalĂ©ard 2013, S. 238.
cite-note-2121. ↑ Marie-Claude Blanc-ChalĂ©ard 2013, S. 241.
cite-note-2222. ↑ Beispiel: dĂ©cision du Conseil d'État du 13 novembre 2013 (Memento vom 20. Januar 2014 im Internet Archive): Diese Entscheidung Ă€ndert die Behandlung von Asylbewerbern. un blog du Monde (Memento vom 19. Februar 2014 im Internet Archive).
cite-note-2323. ↑ festivalmigrantscene.org
cite-note-2424. ↑ Les droits fondamentaux garantis par l’ordonnance du 2 novembre 1945: Ordonnance 45-2658 du 2 novembre 1945 relative aux conditions d'entrĂ©e et de sĂ©jour des Ă©trangers en France Legifrance.gouv.fr, Le service public de la diffusion du droit.
cite-note-2525. ↑ „De tĂ©moigner de l’Évangile auprĂšs de la jeunesse française Ă©prouvĂ©e par la guerre.“ Statuts publiĂ©s au Journal officiel, 3. April 1940.
cite-note-2626. ↑ ne peut aider sans Ă©vangĂ©liser
cite-note-2727. ↑ Catherine Simon: Patrick Peugeot: un PDG chez les sans-papiers. Le Monde, 11. Juni 2008, Educationssansfrontiers.org.
cite-note-2828. ↑ „Si l’on veut Ă©viter que l’Europe ne se transforme en une RĂ©publique grecque avec ses citoyens, ses esclaves et au loin ses barbares.“ – „[
] um zu verhindern, dass sich Europa in eine griechische Republik mit ihren BĂŒrgern, Sklaven und Barbaren verwandelt“
cite-note-2929. ↑ auf der Seite der Organisation (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive).
cite-note-3030. ↑ Anna Marek: Le droit au service des luttes. Plein Droit, Nr. 53–54, 2002.
cite-note-3131. ↑ Website der Kampagne „Boats 4 People“
cite-note-3232. ↑ Alternatives espaces citoyens (AEC, Niger), l’association malienne des expulsĂ©s (AME), Association mauritanienne des droits de l’homme (AMDH), Association nigĂ©rienne de dĂ©fense des droits de l’homme (ANDDH), Association des refoulĂ©s d’Afrique centrale au Mali (ARACEM), Caritas Gao (Mali), Caritas Maroc, Caritas Nouadhibou (Mauritanie), Forum tunisien pour les droits Ă©conomiques et sociaux (FTDES), Groupe antiraciste d’accompagnement et de dĂ©fense des Ă©trangers et migrants (GADEM, Maroc), groupe de travail migrations et dĂ©veloppement du Congad (GTMD, Senegal), point d’accueil des rĂ©fugiĂ©s et immigrĂ©s (PARI, SĂ©nĂ©gal) et Rencontre et dĂ©veloppement (AlgĂ©rie), sowie La ligue algĂ©rienne des droits de l’homme und VerbĂ€nde von der ElfenbeinkĂŒste.
cite-note-3333. ↑ est marquĂ©e par une forte dĂ©pendance Ă  l'Ă©gard des fonds publics (60 % des ressources d’exploitation viennent du ministĂšre chargĂ© des affaires sociales) Rapport de l’Inspection gĂ©nĂ©rale des affaires sociales, 2007.
cite-note-3434. ↑ Archivlink (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive) Observatoire de l’action humanitaire, 21. Januar 2011.